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Internationalen Forums für Systemaufstellungen in Organisationen und Arbeitskontexten (infosyon) e. V.

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Veranstaltungstypen

In den letzten 20 Jahren haben sich die Vorgehensweisen sehr stark ausdifferenziert. Viele Aufstellungsleiter/innen haben mit der Methode experimentiert und eigene hilfreiche Vorgehensweisen entwickelt. So bieten sich heute je nach Themenstellung, Zielsetzung und zeitlichem Budget unterschiedliche Vorgangsweisen oder Settings für die Durchführung von Systemaufstellungen an.

 

Das öffentlich ausgeschriebene Seminar

Vom ursprünglichen Konzept her ist die Aufstellungsarbeit Einzelberatung in einer Gruppe. Einzelne Personen können dort mit der Unterstützung von Aufstellungsleiter/innen an konkreten Fragestellungen arbeiten. Die anderen Seminarteilnehmenden stehen als Repräsentant/innen zur Verfügung. Die Themen können beruflicher oder organisationsbezogener Natur sein.


Vorteile

  • Anonymität bei persönlichen, vertraulichen oder heiklen Themen

  • Systemfremde Personen haben als Repräsentant/innen eine neutrale Wahrnehmung  

Nachteile

  • Die Integration der Hinweise muss meistens in Eigenregie geleistet werden

  •  Potenzielle Beteiligte, z. B. Teammitglieder, erleben den Prozess nicht selbst
     

Die Aufstellung in der Einzelberatung

Oft ziehen Personen es vor, ein Anliegen im Rahmen einer individuellen (Einzel-) Beratung aufzustellen. Als "Repräsentationen" dienen

  • Objekte (z. B. Holz- und Kunststofffiguren oder sog. Bodenanker - das sind im Raum plazierte Papierscheiben) oder

  • die Beraterenden stellen sich als "Referenzobjekt" oder in repräsentierender Wahrnehmung zur Verfügung

  • der/die Fragesteller/in selbst geht wahrnehmend in die einzelnen Positionen

  • in Einzelfällen werden fremde Personen als Repräsentant/innen eingesetzt (Repräsentantenpool)

Vorteile

  • weitgehende Offenheit hinsichtlich der zu bearbeitenden Themen - neben Fragen aus dem Führungs- und Arbeitsalltag können bei Bedarf auch private Fragestellungen offen thematisiert werden

  • gut in einen Coachingprozess integrierbar

  • schnelle zeitliche Verfügbarkeit, geringer Aufwand, geringe Kosten

Nachteil

  • die Interaktion von Systemelementen ist nicht abbildbar, weil nicht alle Elemente im Austellungsbild gleichzeitig von Menschen repräsentiert werden
     

Der interne Workshop

In den letzten Jahren werden Aufstellungen zunehmend in (In-House-)Workshops mit ganzen Management- und Projektteams durchgeführt. Dabei liegt der Fokus primär auf der Suche nach Hinweisen und Antworten auf generelle Managementfragen. Insbesondere auf strategischer Ebene können wichtige Entscheidungen simuliert werden; so z.  B. Optionen der strategischen (Neu-)Positionierung, Wirkungen neuer Strukturen, von Veränderungsmanagement oder Fragen hinsichtlich der Erfolgschancen von Allianzen, Innovationen, Werbekampagnen, komplexen Entscheidungen.  Alle diese Bereiche sind von hoher Komplexität, unkontrollierbaren Eigendynamiken und meistens hohen unternehmerischen Risiken gekennzeichnet. Darum ist der ganzheitliche Blick auf mehrere Ebenen sowie das Aufspüren von implizit vorhandenem Wissen besonders hilfreich und nützlich.


Vorteile

  • Herstellen einer gemeinsamen 'Wirklichkeit' – es entstehen kollektiv geteilte themenspezifische Erfahrungen und Sichtweisen bzw. kommen Unterschiede zum Vorschein

  • Gemeinsames Erleben – die ganze Gruppe erlebt gemeinsam einen Prozess, welcher meistens als 'eindrücklich' und nachhaltig wirksam beschrieben wird. Dies fördert Commitment, positiv-emotionale Aufladung und zielorientiertes Handeln; d. h. es entsteht ein beachtlicher Zusatznutzen in Form von Teamentwicklung 'nebenbei'

  • Körperlich wahrnehmbare Wirkungen bei den Handelnden – die Wahrnehmung eines 'unzufriedenen Kunden' sozusagen "am eigenen Körper" ist,  hirnphysiologisch bedingt,  klar stärker als jede Marktstudie.


Mögliche Nachteile /Risiken bzw. Erfordernisse

  • Stark rational ausgerichtete Personen haben oft Bedenken gegen eine für sie nicht nachvollziehbare Zugangsweise.

  • Unerwünschtes Aufdeckungspotenzial – potenziell kann die Methode auch auf Verborgenes hinweisen, das nicht erwünscht ist: z. B. eine 'hidden agenda', auf persönliche Beziehungsaspekte, Einflüsse aus der Persönlichkeitsstruktur u. a. hinweisen. Damit in professioneller Weise umzugehen, liegt in der Kompetenz der Aufstellenden.

  • Es erfordert hohe fachliche, methodische und ethische Kompetenzen bei den Aufstellungsleiter/innen.

 

Die Kurzintervention im laufenden Prozess

Eine neue Richtung zeigt gute Erfolge: An bestimmten Stellen eines laufenden Beratungs- oder Managementprozesses wird eine oft nicht als Aufstellung benannte Intervention gesetzt. Beispiele: Man macht eine 'Kurzsimulation' der gerade erarbeiteten strategischen Neuausrichtung; die ganze Mannschaft geht (körperlich) den Weg in die soeben erarbeitete Vision; bei einer Präsentation 'ist' je ein Teil der Anwesenden die Zielgruppe A,  B, C oder ein 'kritischer Journalist' oder die 'von Kurzarbeit Betroffenen'/'Nichtbetroffenen' etc.; ein Arbeits-Modell, z. B. Kundennutzenstrategien nach Treacy/Wiersema wird mit Hilfe eines Seils nachgestellt usw.

Die Beispiele zeigen, dass die Interventionen als kleiner Exkurs, als 'Lernschleife', als ergänzendes diagnostisches Tool, als kurze analoge Übung eingesetzt werden; ganz natürlich in den Prozess integriert; angekoppelt an die sonstigen verwendeten Zugänge

Vorteile

  • Unspektakuläre Nutzung von implizitem Wissen; entsprechende Zugänge über verschiedene Wahrnehmungskanäle

  • Gute Anschlussfähigkeit, Akzeptanz und Integrierbarkeit
     

Mögliche Nachteile  bzw. Erfordernisse

  • Irritation bei sehr ratiogesteuerten Personen (was auch als erfolgreiche Musterunterbrechung bewertet werden kann)

  • Erfordert Grundakzeptanz der Begleiter/innen gegenüber; erfordert Mehrebenenkompetenz bei Begleiter/innen