Systemaufstellungen

Die Systemische Aufstellung - oder Systemaufstellung - wird seit Jahren mit Erfolg im thearpeutischen Rahmen eigesetzt. Sie gilt dort als effektive und effiziente Methode zur Lösungsfindung bei komplexen Problemen. Am häufigsten wird sie angewandt zur Klärung von Beziehungsfragen.

Unter dem Titel "Organisationsaufstellung" findet sie nun auch in Arbeitskontexten zunehmend Resonanz.


Wie funktioniert die Systemaufstellung?

Die Systemische Aufstellung gehört - wie zum Beispiel das ältere und darum vielen auch geläufigere Rollenspiel - zu den Szenischen (Diagnose-)Verfahren. Diese bringen Beziehungsstrukturen in einem dreidimensionalen Raum über Repräsentanten zur Darstellung. Allein schon dadurch lassen sich diffus scheinende Sachverhalte verdeutlichen. Im Gegensatz zu den Rollenspielen werden aber den Repräsentanten in der Organisationsaufstellung keine Handlungsanweisungen zur Gestaltung ihres Spiels gegeben. Damit käme ja - über die Regieanweisungen - wiederum bloss das explizite Wissen zur Darstellung. Hier jedoch beziehen die Repräsentanten ihre Informationen gewissermassen durch eine im "(Spiel-)Feld" möglich werdende "repräsentierende Wahrnehmung": Sie werden für das implizite Wissen gleichsam zu "Resonanzkörpern". Ihre Körperwahrnehmungen werden dann vom Aufstellungsleiter systematisch abgefragt und ermöglichen einerseits die Rekonstruktion eines umfassenderen Sachverhaltes und andrerseits die Ableitung von weiter greifenden, nachhaltigeren Lösungen.

Die Aufstellung generiert also eine Art  „Wissensfeld“, dem die Repräsentanten den spontanen Zugang zu den tiefer liegenden Schichten einer Fragestellung verdanken. In der Erkenntnis und Nutzung dieses Phänomens liegt eine der wesentlichsten Leistungen der Aufstellungsarbeit.

 

 

Theorie der Aufstellungsarbeit

Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine konsistente Theorie für diesen Aspekt des dynamischen Diagnoseschemas "Aufstellung". Die oft so eindrücklich beobachtbaren "repräsentierenden Wahrnehmungen" der als Stellvertreter aufgestellten Personen harren noch einer wissenschaftlich fundierten Begründung. Hinweise auf die Funktionsweise der in Aufstellungen wirkenden "basalen Grammatik" gibt nach neuesten Erkenntnissen die Sprachspiel-Theorie des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Andere Erklärungsversuche greifen zurück auf das von dem Biochemiker Rupert Sheldrake entwickelte Modell der morphogenetischen Felder. Beide Theorien besagen, dass Systemwissen innerhalb der Beziehungen der Elemente zueinander (also eben in einer Art Feld) und nicht in den Elementen selber eingelagert ist. Die Elemente selbst bringen die Qualität von Beziehungen bloss zum Ausdruck.

Dennoch steht fest, dass durch die Aufstellungsarbeit implizites Wissen explizit gemacht werden kann; durch diesen Transformationsakt löst die Aufstellung ein wesentliches, wenn nicht das zentrale Postulat des Wissensmanagements ein.

 

 

Methodische Wurzeln der Aufstellungsarbeit

Die verschiedenen Formen der System-Aufstellungen sind dadurch entstanden, dass TherapeutInnen und (Organisations-)BeraterInnen auf eine Reihe gängiger Konzepte zurückgegriffen und diese zu etwas Neuem zugleich ergänzt und verdichtet haben.

Die System-Aufstellungen haben drei methodische bzw. theoretische Wurzeln:

  • die szenische Arbeit
  • die Familientherapie und
  • die Theorie sozialer Systeme

Diesen drei Wurzeln gemeinsam ist - insbesondere in deren systemischen Ausprägung - ihr Interesse an (Kommunikations-)Beziehungen: Dabei wird der Fokus auf das Zusammenspiel der Elemente untereinander gelegt. Beobachtet wird, wie etwas (zusammen) funktioniert - oder eben nicht funktioniert. Dies unterscheidet sie von Konzepten, in denen Beobachtungen darüber angestellt werden, was etwas ist; letztere nehmen vorab das einzelne Element mit all seinen Eigenschaften in den Blick.

Diese Wurzeln selber sind wiederum eng miteinander verflochten, so dass von einem rhizomartigen "Wurzelwerk" gesprochen werden kann.

Wichtige Impulse in diesem Wurzelwerk kommen insbesondere aus den Konzepten des Psychodramas und der Familienrekonstruktion, aus der Schule von Palo Alto sowie aus den neueren Entwicklungstheorien.

 

Quelle: Claude Rosselet / Mit der Organisationsaufstellung die Firma durchleuchten / io management, Dezember 2003


Agenda
Neuigkeiten
Suchen Sie einen kompetenten Facilitator für Systemaufstellungen in Arbeitskontexten?

Hier finden Sie einen infosyon-zertifizierten Professioal Ihrer Wahl


infosyon-Mitgliedschaft

Die Vorteile, die Ihnen eine Mitgliedschaft bietet, auf einen Blick!

Neu für unsere KollegInnen aus Österreich: Doppelmitgliedschaft ÖfS-infosyon


Fortbildungsstandards

infosyon setzt den ersten Standard für Fortbildungen!