Lernende Organisation: Systemarchetypen - Über Muster die verbinden

Prof. Dr. Christoph Mandl, Wien

Soziale Systeme verändern sich in der Zeit in nicht vorhersehbarer Weise. Bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit sozialer Systeme und deren Dynamiken ist seit den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Einsicht gewachsen, dass in diesen unterschiedlichsten Dynamiken gemeinsame und wiederkehrende Muster erkennbar sind, wie etwa die Tragik der Allmende. So gibt es Gemeinsames zwischen der Dynamik der Überfischung der Meere und dem Mobbing gegen überforderte EDV-MitarbeiterInnen. Die epidemische Ausbreitung einer Infektion weist ähnliche dynamische Muster auf wie die Diffusion einer Innovation. Das Gemeinsame solcher dynamischer Muster ermöglicht, über Metaphern hinaus, Muster von Wirkungsgefügen (kausale Schleifendiagramme), in unterschiedlichsten sozialen Systeme zu erkennen, die so benannten Systemarchetypen, und Hebelwirkungspunkte für effektive Interventionen zu entdecken, die so benannten Leverage Points. 

 

 

Projektmanagement: Systemisches im Projektmanagement

Univ. Prof. Dkfm. Dr. Gareis, Wien

 

Ziele:

  • Information über die Charakteristika von Projekten als soziale Systeme und das systemische Projektmanagement
  • Beitrag zu einer Basis für die weitere Tagung

Inhalte:

  • Wahrnehmung von Projekten als soziale Systeme
  • Traditionelles versus systemisches Projektmanagement
  • Management der Komplexität von Projekten: Aufbau und Abbau von Komplexität
  • Dynamik von Projekten: Evolution und Revolution in Projekten, Projektdiskontinuitäten
  • Selbstreferenz von Projekten: Soziales Projektcontrolling
  • Konstruktionen im Projektmanagement: Projektgrenzen, Projekterfolg, etc.
  • Interventionen in Projekten: Bedarf nach analogen Methoden

 

 

System-Aufstellung: Skizze zu einer Theorie dieser Praxis

Prof. Dr. Jürgen Markowitz

 

Wenn man Luhmann und Habermas folgt, muß man zwischen Lebenswelt und System einen eklatanten Gegensatz sehen; darin waren sich beide Autoren - trotz höchst unterschiedlicher Begründungen - einig. Je intensiver man sich jedoch mit dem Phänomen der Interaktion auseinander setzt, um so stärker werden die Zweifel. Schließlich lernt man zu begreifen, daß zwischen Lebenswelt und System nicht nur kein Gegensatz besteht, daß sich diese beiden Phänomene vielmehr wechselseitig voraussetzen, daß sie die zwei Seiten einer Form bilden: Würden sich soziale Systeme nicht mit lebensweltlichen “Oberflächen” ausstatten, wäre es den je partizipierenden Menschen überhaupt nicht möglich, ihr Verhalten nachhaltig zu orientieren. Diese `Sicht der Dinge` provoziert die Frage nach der immer wieder neu zu leistenden Vermittlung zwischen Lebenswelt und System. Man kann diese ständig mitlaufende Vermittlungsnotwendigkeit mit dem altehrwürdigen Ausdruck Praxis bezeichnen. Die je emergierende Praxis ökonomischer Organisationen (Firmen) zum Beispiel besteht dann darin, sich sowohl als Unternehmen (System) wie auch als Betrieb (Lebenswelt) zu beschreiben und diese beiden Beschreibungen erfolgsorientiert miteinander zu vermitteln. Es ist genau dieser Bereich der systemisch-lebensweltlichen Praxis, in dem die Systemaufstellung sich als ein Bündel höchst eigenständiger Verfahren entwickelt. In einem sehr genauen Sinn kann man diese Entwicklung als einen “Tanz mit der Emergenz” begreifen - und reflektieren.


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