Wozu Systemaufstellungen?

Manche Führungskraft wäre erleichtert, wenn sie die Chancen und Risiken von geplanten Vorhaben genauer abschätzen könnte. Und sicherlich wäre ihr, ergänzend zu den konventionellen Managementsystemen, ein Instrument willkommen, das innerhalb komplexer Kontexte auch unauffällige, schwache Signale wahrzunehmen und aufzuschlüsseln vermag.

 

Doch welche Instrumente sind sensibel genug, um verborgenes (sogenannt implizites) Wissen aufzuspüren? Und welche davon sind gleichzeitig intelligent genug, die gewonnenen Informationen so zu deuten, dass daraus valable Handlungsalternativen abgeleitet werden können?

 

Mit dem Instrument der Organisationsaufstellungen wird dem Management ein Verfahren in die Hand gegeben, das es ermöglicht, in unübersichtlichen (Entscheidungs-)Situationen die Risiken besser abzuschätzen und für die Beteiligten Orientierung zu schaffen.

 

Mit ihrer radikalen Orientierung am impliziten Wissen ist die Organisationsaufstellung deshalb eine ideale Ergänzung zu den konventionellen, am offenkundigen (expliziten) Wissen orientierten Diagnosesystemen. Im Gegensatz zu konventionellen betriebswirtschaftlichen und sozialpsychologischen Analyseverfahren fällt bei der Aufstellungsarbeit eine aufwendige Datenerfassung und –auswertung weg. Die Organisationsaufstellung setzt bei der Beschreibung von Sachverhalten ein und ermöglicht, gleichsam durch die Oberflächenstrukturen eines Problems hindurch, auf die zugrunde liegenden Dynamiken zu fokussieren.

 

 

Anwendungsbereich

Der Anwendungsbereich der Systemaufstellungen in Organisationen und Arbeitskontexten ist noch bei weitem nicht ausgelotet. Als nützlich und hilfreich hat sich das Verfahren jedoch in der Erarbeitung von konkreten Lösungen bei folgenden Fragestellungen erwiesen:

  • Überprüfung von Entscheidungen und Erkennen von möglichen Entscheidungsfolgen
  • Austesten von Gestaltungsoptionen der Aufbau- und Ablauforganisation
  • Behebung von Blockaden bei Veränderungsvorhaben
  • Entscheidungsfindung in unübersichtlichen Situationen, in denen mehrere unterschiedliche Anspruchsgruppen ihre Interessen im Spiel haben
  • Ermitteln von Dynamiken in Arbeitsbeziehungen

Neben den Hinweisen auf eine konkrete Lösung im Rahmen eines bestimmten Kontextes gibt die Aufstellungsarbeit immer auch Aufschluss über grundlegende Dynamiken in Organisationen als soziale Systeme.

 

Als Beispiele dafür mögen hier angeführt sein:

  • Auflösungstendenzen von Organisationseinheiten bei mangelhafter Aufgabenorientierung;
  • die nachhaltig negative Auswirkung bei ungerechtfertigter Ausgrenzung von wichtigen Personen (etwa Gründern) oder Anspruchsgruppen;
  • die Konsequenzen unklarer Regelungen zwischen einzelnen Funktionen oder Strukturelementen;
  • die nachteiligen Folgen bei fehlender Anerkennung von Beiträgen zum Erhalt des gesamten Systems oder «grösseren Ganzen».

 

 


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