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OA zwischen Räucherstäbchen und klinischer Prüfung3. infosyon-Arbeitsforum: Beiträge aus innovativer Anwendung und Forschung
Am 30. und 31. März fanden sich in den Räumlichkeiten der Universität Karlsruhe etwa 30 Teilnehmer zur infosyon-Arbeitstagung 2007 zusammen. Fast hätte man meinen können, die künstlerische Freiluftinstallation im angrenzenden Parkgelände wäre für diese Veranstaltung eigens aufgestellt worden. Lag doch auf jeder der ebenfalls etwa 30 nüchternen Betonsäulen die Skulptur eines Hominidengehirns - wie ein Werk von Peter Schlötter - und bot damit eine stimmige Umgebung für Präsentationen und Diskussion.
Die zentrale Frage lautete: Was will Forschung und innovative Anwendung erreichen? „Mit jedem Fall dazugewinnen”, so der Veranstalter infosyon. Einerseits gilt es, bestehende Formate der Strukturaufstellung als wirksame Instrumente in der Managementberatung weiterzuentwickeln. Andererseits macht dies nur Sinn, wenn es nachfolgend gelingt, die Methode in der Organisationsberatung zu etablieren. Andrea Berreths These:
„Es wird selbst einer so fremdartigen und außergewöhnlichen Methode wie der Systemaufstellung nicht gelingen, die vorherrschende Logik des Managementsystems zu durchbrechen.”
Zumindest muss der Berater sich darauf einstellen, dass der Klient mit der Methode macht, was er für richtig hält.
Der Schwerpunkt der Tagung lag auf den parallelen Workshops, in denen die ExpertInnen Raum und Zeit hatten, ihre Arbeitsweise vorzustellen. Die gemeinschaftliche Atmosphäre wurde genutzt, um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu intensivieren, aus denen forschungsbegleitete Aufstellungsprojekte entstehen könnten.
Brigitte Sachs-Schaffer und Andreas Sachs zeigten eine Reihe von Best-Practice-Beispielen der Anwendung von OA in Marketing, Marktforschung und Werbung. Heike Kollischan präsentierte, wie es durch OA gelingen kann, die drei körperlichen Grundbedürfnisse Ernährung, Bewegung und Entspannung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement BGM mit den psychischen Bedürfnissen der Mitarbeiter zu verbinden. Rolf Lutterbecks Integrale Organisations- und Strukturaufstellungen IOSA demonstrierten die Erweiterung des SySt um Ideen aus Ken Wilbers Integraler Philosophie.
Am 2. Tag bot Ruth Sander den Teilnehmern unter dem Titel „Politik im Raum” einen Einblick in ihre Arbeit öffentlicher Aufstellungen als Mittel zur Sensibilisierung für gesellschaftspolitische Themen: „Dynamiken werden aufgezeigt, Zusammenhänge werden klarer”. Friedrich Assländer beeindruckte durch seine 3-Quellen-Aufstellung. „Unsere biologischen, geographischen und spirituellen Wurzeln gilt es zu aktivieren und in Einklang zu bringen”. Sehr nah an persönlichen Themen hilft die Aufstellung der eigenen Strukturen unser Schaffenspotenzial, nicht zuletzt als Managementberater, besser zu nutzen. Schließlich wurde noch .map als innovatives Messinstrument und Wirkungsnachweis für Beratungsprozesse präsentiert.
„Organisationsaufsteller sind die Pioniere für die Führungsqualitäten von morgen”.
Bedroht die OA als „fremdartige und außergewöhnliche Methode” etwa das etablierte Netzwerk der Macht?
Sie bietet dem Manager mindestens eine Erweiterung der Kognition, eine bewusstere und dadurch kontrolliertere Verknüpfung von Rationalität und Emotionalität. Insofern kann die OA im beruflichen Kontext durch die systemische Herangehensweise eine entscheidende methodische Säule auf dem Weg zu ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit der Unternehmen sein. Statistischer Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit ist wichtig - letztendlich jedoch muss jeder für sich den Nutzen der OA erleben.
Dr. Immo Fiebrig, München, 2.4.2007 |
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